Wir bieten unseren Besuchern zudem eine fachkundige Führung durch das Deutsche Eisenofenmuseum an. Bei Interesse können Sie hier einen Termin per ☎ Telefon: 039452-807457 oder per E-Mail vereinbaren:
Deutsches Eisenofenmuseum
wochentags zugänglich
von 8-15 Uhr
„Siegener Kastenofen“
Der „Siegener Kastenofen“ entstand um das Jahr 1845 bei Engelhard Achenbach seel. Söhne in Buschhütten. Der massive Ofen wurde aus fünf Hauptteilen gefertigt und ruhte ursprünglich auf einem hölzernen, achteckigen Fußsockel. Trotz seiner runden Grundform zählt er zu den sogenannten Kastenöfen.
Der Ofen wurde als Hinterladerofen konstruiert. Sein Brennraum befindet sich auf der Wandseite und besitzt eine kastenförmige Ausführung. Das Feuer wurde von der Rückseite aus beschickt, wodurch der Wohnraum sauberer blieb. Der Ofen war vor allem für langflammige Brennstoffe ausgelegt und verfügte über eine austauschbare Rosteinlage, die flexibel genutzt werden konnte.
Die einzelnen Bauteile wurden noch im Lehmgussverfahren hergestellt – einem frühen Gießverfahren, das vor der industriellen Serienfertigung weit verbreitet war.
Der Aufbau des Ofens gliedert sich in mehrere charakteristische Elemente:
- ein schwerer, zylindrischer Unterbau ohne eigene Funktion,
- das markante Hauptteil mit einer raumseitigen Zuluftklappe,
- eine trommelförmige Kochkachel mit einer großen, an den Ofenkorpus angepassten Tür, die mit einem Lorbeerkranz verziert ist und senkrecht geschlossen wird,
- ein drehbarer, zylindrischer Rauchgassammler mit schrägem Rauchrohrstutzen,
- eine Deckelhaube sowie Kronenelemente mit reich ausgearbeiteter Blattornamentik.
Neben seiner außergewöhnlichen Form besitzt der Ofen nur eine bildliche Darstellung: Eine Engelsfigur, die als Allegorie des Friedens gestaltet ist.
Die Geschichte dieses Ofens ist eng mit der Eisenverarbeitung im Siegerland verbunden. Die Hütten Marienborn und Kaan gehörten zu den ältesten Eisenhütten der Region und stellten sowohl Eisen als auch Gusswaren her. Bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts wird dort außerdem eine Schleifmühle erwähnt.
Das hohe handwerkliche und maschinelle Können der Hütten – insbesondere bei der Bearbeitung und Politur von Gussöfen – sowie die Verbindung zur Düsseldorfer Malerschule zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschafften den dort gefertigten Gusswaren überregionale Anerkennung.
Anfang der 1860er-Jahre verlagerte sich die Produktion zunehmend auf den wirtschaftlich attraktiveren Walzenguss. In diesem Zusammenhang wurde die Herstellung von Öfen schließlich eingestellt.
Die Bezeichnung „Kastenofen“ beschreibt in der Entwicklungsgeschichte des Ofenbaus einen Ofentyp, bei dem das offene Feuer in einem geschlossenen, meist kubisch geformten Feuerraum – dem sogenannten „Kasten“ – eingeschlossen ist.
Der Siegener Kastenofen ist ein eindrucksvolles Zeugnis der frühen Ofenbaukunst. Er verbindet innovative Heiztechnik seiner Zeit mit hochwertigem Kunstguss und dokumentiert zugleich die traditionsreiche Eisen- und Gießereigeschichte des Siegerlandes.
Bezeichnung:
Authentisch aus Originalunterlagen, soweit vorliegend.
Gewicht:
Das Gewicht der einzelnen Öfen wurde, soweit möglich, konkret ermittelt.
Ca.-Angaben beruhen auf Schätzungen.
Brennstoffe:
Die Brennstoffe bei den Festbrennstofföfen wurden wie folgt abgekürzt:
H = Holz
Gemeint ist damit nicht nur Scheitholz, sondern auch Astholz, das früher oft zu sog. „Büscheln“ gebündelt abgebrannt wurde.
T= Torf
In vielen Gegenden Deutschlands war Torf noch bis ins 1. Drittel des 20.
Jahrhunderts ein ganz „normaler“ Brennstoff, auch bekannt als „Kohle des armen Mannes“.
LK = Langflammige Kohle
Dazu gehört die Stein- bzw. Braunkohle, die auch als Brikett in den Handel kamen.
KK = Kurzflammige Kohle
Namentlich bekannt als Koks bzw. Anthrazit.
„Siegener Kastenofen“
Der „Siegener Kastenofen“ entstand um das Jahr 1845 bei Engelhard Achenbach seel. Söhne in Buschhütten. Der massive Ofen wurde aus fünf Hauptteilen gefertigt und ruhte ursprünglich auf einem hölzernen, achteckigen Fußsockel. Trotz seiner runden Grundform zählt er zu den sogenannten Kastenöfen.
Der Ofen wurde als Hinterladerofen konstruiert. Sein Brennraum befindet sich auf der Wandseite und besitzt eine kastenförmige Ausführung. Das Feuer wurde von der Rückseite aus beschickt, wodurch der Wohnraum sauberer blieb. Der Ofen war vor allem für langflammige Brennstoffe ausgelegt und verfügte über eine austauschbare Rosteinlage, die flexibel genutzt werden konnte.
Die einzelnen Bauteile wurden noch im Lehmgussverfahren hergestellt – einem frühen Gießverfahren, das vor der industriellen Serienfertigung weit verbreitet war.
Der Aufbau des Ofens gliedert sich in mehrere charakteristische Elemente:
- ein schwerer, zylindrischer Unterbau ohne eigene Funktion,
- das markante Hauptteil mit einer raumseitigen Zuluftklappe,
- eine trommelförmige Kochkachel mit einer großen, an den Ofenkorpus angepassten Tür, die mit einem Lorbeerkranz verziert ist und senkrecht geschlossen wird,
- ein drehbarer, zylindrischer Rauchgassammler mit schrägem Rauchrohrstutzen,
- eine Deckelhaube sowie Kronenelemente mit reich ausgearbeiteter Blattornamentik.
Neben seiner außergewöhnlichen Form besitzt der Ofen nur eine bildliche Darstellung: Eine Engelsfigur, die als Allegorie des Friedens gestaltet ist.
Die Geschichte dieses Ofens ist eng mit der Eisenverarbeitung im Siegerland verbunden. Die Hütten Marienborn und Kaan gehörten zu den ältesten Eisenhütten der Region und stellten sowohl Eisen als auch Gusswaren her. Bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts wird dort außerdem eine Schleifmühle erwähnt.
Das hohe handwerkliche und maschinelle Können der Hütten – insbesondere bei der Bearbeitung und Politur von Gussöfen – sowie die Verbindung zur Düsseldorfer Malerschule zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschafften den dort gefertigten Gusswaren überregionale Anerkennung.
Anfang der 1860er-Jahre verlagerte sich die Produktion zunehmend auf den wirtschaftlich attraktiveren Walzenguss. In diesem Zusammenhang wurde die Herstellung von Öfen schließlich eingestellt.
Die Bezeichnung „Kastenofen“ beschreibt in der Entwicklungsgeschichte des Ofenbaus einen Ofentyp, bei dem das offene Feuer in einem geschlossenen, meist kubisch geformten Feuerraum – dem sogenannten „Kasten“ – eingeschlossen ist.
Der Siegener Kastenofen ist ein eindrucksvolles Zeugnis der frühen Ofenbaukunst. Er verbindet innovative Heiztechnik seiner Zeit mit hochwertigem Kunstguss und dokumentiert zugleich die traditionsreiche Eisen- und Gießereigeschichte des Siegerlandes.
Bezeichnung:
Authentisch aus Originalunterlagen, soweit vorliegend.
Gewicht:
Das Gewicht der einzelnen Öfen wurde, soweit möglich, konkret ermittelt.
Ca.-Angaben beruhen auf Schätzungen.
Brennstoffe:
Die Brennstoffe bei den Festbrennstofföfen wurden wie folgt abgekürzt:
H = Holz
Gemeint ist damit nicht nur Scheitholz, sondern auch Astholz, das früher oft zu sog. „Büscheln“ gebündelt abgebrannt wurde.
T= Torf
In vielen Gegenden Deutschlands war Torf noch bis ins 1. Drittel des 20.
Jahrhunderts ein ganz „normaler“ Brennstoff, auch bekannt als „Kohle des armen Mannes“.
LK = Langflammige Kohle
Dazu gehört die Stein- bzw. Braunkohle, die auch als Brikett in den Handel kamen.
KK = Kurzflammige Kohle
Namentlich bekannt als Koks bzw. Anthrazit.
Wir bieten unseren Besuchern zudem eine fachkundige Führung durch das Deutsche Eisenofenmuseum an. Bei Interesse können Sie hier einen Termin per ☎ Telefon: 039452-807457 oder per E-Mail vereinbaren:








