Wir bieten unseren Besuchern zudem eine fachkundige Führung durch das Deutsche Eisenofenmuseum an. Bei Interesse können Sie hier einen Termin per ☎ Telefon: 039452-807457 oder per E-Mail vereinbaren:
Deutsches Eisenofenmuseum
wochentags zugänglich
von 8-15 Uhr
„Wittekindofen“
Der Wittekindofen aus der Zeit um 1905
Dieser kunstvoll gestaltete Wittekindofen entstand um das Jahr 1905 in der Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia in Lünen. Der brauntönig farbig emaillierte Ofen steht auf einem quadratischen Fußsockel und ist vertikal gegliedert aufgebaut. Seine Gestaltung verbindet technische Funktionalität mit den architektonischen Formen historischer Baukunst.
Die Bezeichnung „Wittekind-Ofen“ geht vermutlich indirekt auf den sächsischen Herzog Widukind (auch Wittekind genannt) zurück. Der aus einem westfälischen Adelsgeschlecht stammende „Herzog der Sachsen“ trat der Überlieferung nach im Jahr 785 n. Chr. unter Karl dem Großen (747–814 n. Chr.) zum christlichen Glauben über.
Der Ofen ist als klar gegliederter Architekturofen im romanischen Stil gestaltet. Auffällige Zierfriese, kunstvoll ausgearbeitete Kompositkapitelle sowie die giebelgeschmückte Warmhaltekammer mit Satteldach prägen sein Erscheinungsbild. Ein weiteres besonderes Gestaltungselement ist der runde Erker mit Kegeldach. Den oberen Abschluss bilden ein Hahn und ein Delphin, die sowohl symbolische als auch christliche Bedeutungen besitzen.
Die Idee, Öfen nach dem Vorbild von Architektur zu gestalten, reicht bereits bis in das 16. Jahrhundert zurück. Besonders beliebt waren in gehobenen Kreisen sogenannte „Turmhausöfen“, die städtische Bauformen aufgriffen und häufig als keramischer Aufbau auf gusseisernen Unteröfen ausgeführt wurden.
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der künstlerische Eisenguss technisch so weit entwickelt, dass auch einzelne, besonders komplizierte Bauteile gegossen werden konnten. Dadurch wurde erstmals eine detailgetreue und filigrane Darstellung selbst feinster Gestaltungselemente möglich.
Der Wittekindofen zeigt eindrucksvoll, wie sich technische Innovation und die Gestaltungsideen historischer Architektur zu einem außergewöhnlichen Kunstwerk aus Eisen verbinden.
Bezeichnung:
Authentisch aus Originalunterlagen, soweit vorliegend.
Gewicht:
Das Gewicht der einzelnen Öfen wurde, soweit möglich, konkret ermittelt.
Ca.-Angaben beruhen auf Schätzungen.
Brennstoffe:
Die Brennstoffe bei den Festbrennstofföfen wurden wie folgt abgekürzt:
H = Holz
Gemeint ist damit nicht nur Scheitholz, sondern auch Astholz, das früher oft zu sog. „Büscheln“ gebündelt abgebrannt wurde.
T= Torf
In vielen Gegenden Deutschlands war Torf noch bis ins 1. Drittel des 20.
Jahrhunderts ein ganz „normaler“ Brennstoff, auch bekannt als „Kohle des armen Mannes“.
LK = Langflammige Kohle
Dazu gehört die Stein- bzw. Braunkohle, die auch als Brikett in den Handel kamen.
KK = Kurzflammige Kohle
Namentlich bekannt als Koks bzw. Anthrazit.
„Wittekindofen“
Der Wittekindofen aus der Zeit um 1905
Dieser kunstvoll gestaltete Wittekindofen entstand um das Jahr 1905 in der Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia in Lünen. Der brauntönig farbig emaillierte Ofen steht auf einem quadratischen Fußsockel und ist vertikal gegliedert aufgebaut. Seine Gestaltung verbindet technische Funktionalität mit den architektonischen Formen historischer Baukunst.
Die Bezeichnung „Wittekind-Ofen“ geht vermutlich indirekt auf den sächsischen Herzog Widukind (auch Wittekind genannt) zurück. Der aus einem westfälischen Adelsgeschlecht stammende „Herzog der Sachsen“ trat der Überlieferung nach im Jahr 785 n. Chr. unter Karl dem Großen (747–814 n. Chr.) zum christlichen Glauben über.
Der Ofen ist als klar gegliederter Architekturofen im romanischen Stil gestaltet. Auffällige Zierfriese, kunstvoll ausgearbeitete Kompositkapitelle sowie die giebelgeschmückte Warmhaltekammer mit Satteldach prägen sein Erscheinungsbild. Ein weiteres besonderes Gestaltungselement ist der runde Erker mit Kegeldach. Den oberen Abschluss bilden ein Hahn und ein Delphin, die sowohl symbolische als auch christliche Bedeutungen besitzen.
Die Idee, Öfen nach dem Vorbild von Architektur zu gestalten, reicht bereits bis in das 16. Jahrhundert zurück. Besonders beliebt waren in gehobenen Kreisen sogenannte „Turmhausöfen“, die städtische Bauformen aufgriffen und häufig als keramischer Aufbau auf gusseisernen Unteröfen ausgeführt wurden.
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der künstlerische Eisenguss technisch so weit entwickelt, dass auch einzelne, besonders komplizierte Bauteile gegossen werden konnten. Dadurch wurde erstmals eine detailgetreue und filigrane Darstellung selbst feinster Gestaltungselemente möglich.
Der Wittekindofen zeigt eindrucksvoll, wie sich technische Innovation und die Gestaltungsideen historischer Architektur zu einem außergewöhnlichen Kunstwerk aus Eisen verbinden.
Bezeichnung:
Authentisch aus Originalunterlagen, soweit vorliegend.
Gewicht:
Das Gewicht der einzelnen Öfen wurde, soweit möglich, konkret ermittelt.
Ca.-Angaben beruhen auf Schätzungen.
Brennstoffe:
Die Brennstoffe bei den Festbrennstofföfen wurden wie folgt abgekürzt:
H = Holz
Gemeint ist damit nicht nur Scheitholz, sondern auch Astholz, das früher oft zu sog. „Büscheln“ gebündelt abgebrannt wurde.
T= Torf
In vielen Gegenden Deutschlands war Torf noch bis ins 1. Drittel des 20.
Jahrhunderts ein ganz „normaler“ Brennstoff, auch bekannt als „Kohle des armen Mannes“.
LK = Langflammige Kohle
Dazu gehört die Stein- bzw. Braunkohle, die auch als Brikett in den Handel kamen.
KK = Kurzflammige Kohle
Namentlich bekannt als Koks bzw. Anthrazit.
Wir bieten unseren Besuchern zudem eine fachkundige Führung durch das Deutsche Eisenofenmuseum an. Bei Interesse können Sie hier einen Termin per ☎ Telefon: 039452-807457 oder per E-Mail vereinbaren:








